Kontakt  ↑  Impressum  ↑  Inhaltsübersicht
Comicmuseum-Neubrandenburg.de  >  Zeitschriften

Zeitungen und Zeitschriften aus dem Verlag „Junge Welt“

Im Verlag „Junge Welt“ erschienen im Laufe der Jahre eine ganze Reihe verschiedener Kinder- und Jugendzeitungen und -zeitschriften.
Jede Publikation hatte ihre spezielle Zielgruppe, die mit politischem und  wissenschaftlichem Material sowie Informationen versorgt, aber auch   unterhalten wurde.

Die Schulpost

Die Zeitschrift Die Schulpost, herausgegeben von 1946 bis 1957, erschien zunächst bis 1949 im Verlag „Volk und Wissen“, danach im Verlag „Neues Leben“ und ab 1951 im Verlag „Junge Welt“.

Der Junge Pionier/TROMMEL

Die TROMMEL, eine Zeitung für Thälmannpioniere und Schüler erschien von 1958 bis zu ihrer Einstellung 1990 ebenso im Verlag Junge Welt, wie ihr Vorgänger Der Junge Pionier (von 1949 bis 1958). In diesen Zeitungen hatten Kurzcomics und Geschichten aus dem Pionierleben und dem Alltag der Schüler zumeist einen politischen Erziehungsauftrag zu erfüllen.

FRÖSI

Frösi-Heft 5 2005
 

Die beliebte FRÖSI, herausgegeben von der Freien Deutschen Jugend (FDJ), erschien erstmals am 25.Juni 1953 und wurde 1991 eingestellt. FRÖSI, Kurzform von "Fröhlich sein und Singen" richtete sich an Pioniere und Schüler. Die ersten Ausgaben bis 1955 gab es alle 6 Wochen, danach erschien FRÖSI monatlich. FRÖSI gehörte mit ihren unterhaltenden, politischen, naturwissenschaftlichen und kulturellen Beiträgen sowie den Bastelbeilagen zu den besonders gern gelesenen, aber auch mit dem üblichen politischen Erziehungsauftrag versehenen Kinderzeitschriften in der DDR und erreichte zeitweise eine bemerkenswerte Auflagenhöhe von
300 000 Exemplaren.

Hauptzeichner waren über Jahre so bekannte Künstler wie Prof. Werner Klemke, der häufig das Titelbild gestaltete sowie Richard Hambach, Horst Alisch, Jürgen Kieser, Willi Moese, Betcke, Günther Hain, Müller, Vogel, Günther, Heinz Rammelt u.v.a., deren z.T. mehrjährige Bildgeschichten maßgeblich die Attraktivität von FRÖSI mitbestimmten.
Die FRÖSI hielt für ihre Leser interessante Beilagen wie Bastelbögen, Wissenstests, Spielanleitungen, Kunstdrucke oder auch 3D-Brillen u.ä. bereit. Jedes Heft wurde aufwendig gestaltet, im Zuchthaus Bautzen fand wegen des hohen Aufwandes die Einsortierung der erwähnten Beilagen statt. **
Der Comic-Anteil in der FRÖSI war recht hoch. Legendär wurden Figuren wie Otto und Alwin, Ferri, ATOMINO, Ali und Archibald, Käpt`n Lütt, Korbine Früchtchen, die SERO-Emmy oder Mäxchen und Tüte.
Im März 1991 war vorläufig Schluss mit dem inzwischen FRÖSI-tandem genannten Freizeit-, Rätsel-, Spiel- und Bastelmagazin für Kinder.
Im Juni 2002 dann das große „Hallo“. :
Die FRÖSI war wieder da, als Beilage im ND zum Kindertag.
Im Oktober 2002 gab es eine 2. Version der neuen FRÖSI für die Zeitungsverlage. Leider hat das Konzept noch nicht überzeugt. Dennoch der wünschten die Leser der neuen FRÖSI und ihren Machern viel Glück.
Picolohefte**:
Diese FRÖSI-Beilagen, mehr ein Zufallsprodukt und der Notwendigkeit geschuldet, in der DDR-Mangelwirtschaft auch Materialreste zu verwerten, wurden aus Papierverschnitt hergestellt, der durch das eigenwillige Format der FRÖSI in größeren Mengen anfiel; Beispielhaft: Hambachs Mäxchen Pfiffig, die Atomino-Hefte u.a.
Im Jahre 2005 gab es einen erneuten und wiederum gescheiterten Versuch, die FRÖSI neu zu beleben.

Bummi

 

Das "Bummi-Heft" erschien von 1957-1966 einmal, später zweimal monatlich und richtete sich an Kleinkinder. Er erschien im A5 Format und in Farbe. Neben Geschichten und Comics enthielt es Bastelanleitungen und Spiele. Vor der Wende hatte das Heft eine durchschnittliche Auflage von 753.000 Exemplaren.Der Bummi erscheint bis heute beim Pabel-Moewig Verlag, Rastatt. Dieser hatte den Verlag Junge Welt 1990 gekauft. Bummi ist die einzige DDR Zeitschrift, die bis heute dort verlegt wird und sich auch inhaltlich wiedererkennen lässt - wenn auch in anderer Aufmachung. Laut Pabel-Moewig Verlag werden heute noch etwa 120.000 Stück gedruckt. Die verkaufte Auflage beträgt etwa 80.000 Stück.

 

 

ATZE

Am 04.04.1955 erschien am Comic-Himmel der DDR ATZE, eine Zeitschrift der Jungen Pioniere. Herausgeber war der Zentralrat der FDJ, Verlag „Junge Welt“. ATZE erschien monatlich, kostete 20 Pfennig und war eine Comiczeitschrift. Zeichner und Autor der ersten Hefte war Jürgen Kieser, der auch den namengebenden Pionier "ATZE" schuf. Mit den Geschichten über die M(L)ausbuben „Fix und Fax“ wurde eine der beliebtesten Comic-Serien neben den Digedagfolgen im MOSAIK ins Leben gerufen. Jürgen Kieser zeichnete und textete 350 Folgen der Mäusehelden bis ihn im Jahr 1987 die Lust verließ und Eugen Gliege die Serie bis 1990 fortsetzte. Die ersten Hefte der Zeitschrift mit nur 8 Seiten boten eher wenig Text. Sie beschränkten sich zumeist auf reine Bildfolgen. Damit war es nun gelungen, in der DDR ein fast ausschließlich aus Bildergeschichten bestehendes Heft zu etablieren. Ab dem Heft 13/1956 bekamen die Leser 4 Seiten mehr, und das zum gleichen Preis! Bis zum Heft 4/1990 gelang es sogar, den „stabilen“ Preis beizubehalten. Leider nicht beibehalten wurden Anspruch und Niveau der Hefte. Ab der Mitte der 1960er Jahre bestimmten immer stärker ideologisch gefärbte Geschichten und Texte den Inhalt der Zeitschrift. In den späteren Jahren gewannen die sogenannten Bildergeschichten mit der ihnen eigenen textlastigen Gestaltung eine beherrschende Stellung. Viele dieser Texte wurden von Wolfgang Altenburger für verschiedene Zeichner geschaffen. Danach wurden die Zeichnungen gefertigt, z.B. von Künstlern wie Günther Hain, Horst Klöpfel, Hans Bethke, Bernd Günther u.a. „Kämpfer der Revolution“ und der sozialistische Aufbau standen jetzt im Mittelpunkt der Geschichten. Rühmliche Ausnahmen bildeten Serien wie die bereits erwähnten „Fix und Fax“ von Kieser, „Pedro und Coco“ sowie „Pats Reiseabenteuer“ von Harry Schlegel. Eine interne Umfrage ergab, dass die Hefte hauptsächlich nur wegen der „Fix und Fax“ - Geschichten und „Pats Reiseabenteuer“ gekauft wurden. Pats Reiseabenteuer erschienen von Heft 1/1967 bis Heft 3/1991 und nahmen nach Anzahl der Folgen mit 291 den zweiten Platz hinter „Fix und Fax“ ein. Der Autor der „Pat – Geschichten“ war wiederum Wolfgang Altenburger, der Zeichner Harry Schlegel. Pat war ein mitteldeutscher Robin Hood und Eulenspiegel in Personalunion. Er agierte im 19. Jahrhundert und richtete seine Streiche gegen die „herrschende Klasse“, wie Adel, Gutsherren und preußisches Militär. Gelegentlich traf er auf historische Figuren. Im Comic versteckte sich stets ein anachronistisches Objekt (z. B. eine nicht in die Zeit passende Glühlampe), das bei Entdeckung die Teilnahme an einem Preisausschreiben ermöglichte. Wäschekörbe voller Leserpost erreichten die Redaktion. Auf den sieben Weltmeeren spielten sich „Die seltsamen Abenteuer des Kapitäns Jonathan Poppendick“ ab, der mit seinem persönlichen Ziegenbock Jonathan dem II. ziemlich merkwürdige Begebenheiten überstand. Der Autor und Zeichner dieser Geschichten war ebenfalls Harry Schlegel. „Poppendicks“ Abenteuer erschienen in den Atze - Heften von 1/1965 bis 5/1965. Autor und auch Zeichner der relativ sozialkritischen Geschichten „Pedro und Senor Coco“ war Harry Schlegel. Diese brachten es in den Jahren 1965/66 auf insgesamt 19 Folgen und spielten sich im unerreichbar fernen Südamerika ab. Die erste Staffel von Heft 6/1965 bis Heft 4/1966 hatte Pedros Suche nach einem Inkaschatz zum Inhalt. Sein Gegenspieler war ein böser und habgieriger Diamantenhändler. In der zweiten Staffel von Heft 5/1966 bis Heft 12/1966 kämpfte Pedro für einen Zirkus gegen die Schergen des Großkapitals, vertreten durch den „Corned Beef“ - Konzern. Die ideologische Komponente der Geschichten war sicher ein Zugeständnis. Das Heft 1/1990 erschien unter völligem Verzicht auf die alten propagandistischen Hüte (den letzten von Günther Hain gab es in 10/1989) und ideologischen Belehrungen. Atze wurde wieder zum Comic-Magazin, das man sich schon in den vorangegangenen 25 Jahren gewünscht hätte. Auflagenhöhen 422.000 – 562.400 Stück 1955 Zentralrat der FDJ 1956 - 1991 Verlag "Junge Welt Redaktion 1955 – 1958 Klaus Hilbig 1959 – 1962 Dieter Wilkendorf Gleichzeitig von 1953-1967 Chefredakteur von "Fröhlich sein und singen" Hans Erhardt ( 1960 Chefredakteur des "Verlag Junge Welt" ) 1967 – 1991 Wolfgang Altenburger ( 1963-1985 Chefredakteur beim Mosaik ) Altenburger war auch der Texter der Politcomics und von "Pats Reiseabenteuern“ ATZE - Expeditionen gehörten seit Altenburger zum Alltag der Redaktion. Altenburger als Chefradakteur von Atze und Mosaik hat aktiv besondere Formen von Ferienlagern und Expeditionen erfunden und auch selber durchgeführt. Diese sind als ATZE - Expeditionen in die Geschichte eingegangen. (Planwagen - Trecks nach Thüringen oder an die Ostsee). Geschichten darüber wurden ab Mitte der 1970er Jahre von A. Pasda, H. H. Schulze, Bernd Günther, Rainer Schwalme u.a. gezeichnet. Die Atze – Expeditionen dienten auch dazu, die Heimat kennen zu lernen. Neben Badespaß wurden auch Forschungsaufträge erfüllt. Eine Aktion schlug sich sogar in der Bepflanzung eines kleinen Waldes in Stralsund, Knieper West, Bernd Günther, nieder. Dieser Wald existiert immer noch und wird von einer A.G. betreut. Nach der Wende wurde das Heftformat noch einmal geändert, neue Zeichner kamen und man versuchte mit den Fix und Faxgeschichten dem drohenden Untergang zu entgehen. Nach Aussagen von Rainer Kunz bestanden gute Aussichten auf dem Markt, da man bereits Kontakte zu franz. Comiczeichnern und ..... hatte. Trotzdem wurde der Geldhahn zugedreht und mit der Ausgabe 3/1991 war mit ATZE Schluss. Vorarbeiten bis zu Heft 6 liegen noch vor .

MOSAIK

Mosaik Das Mosaik wurde 1955 zunächst mit den Digedags und Ritter Runkel, ab 1976 mit den Abrafaxen berühmt. Bis 1956 erschien es nur quartalsweise, ab Januar 1957 wurde es monatlich mit 24 Seiten (A5) in Farbe gedruckt. Das Comicheft wurde vom Zentralrat der FDJ herausgegeben, erschien im Verlag Junge Welt und war äußerst beliebt. Am Zeitungskiosk war es nicht ohne weiteres zu bekommen, da die Auflagenzahl von 1.006.300 Exemplaren(1988) dem Bedarf bei weitem nicht gerecht wurde. Auch nach der Wende konnte sich das Mosaik behaupten und erscheint seit 1991 im Steinchen für Steinchen Verlag (Berlin) mit einer Druckauflage von 102.000 Exemplaren und 50.000 Abonnenten.

MOSAIK "Die Abrafaxe"

Ihre ersten Schritte in die Öffentlichkeit gingen die Abrafaxe im Herbst 1975 auf dem Rücktitel des MOSAIK. Lothar Dräger, der langjährige Mit-Autor des MOSAIK, das seit 1955 erscheint, will beliebte Spaßmacher, wie den Harlekin, in den Mittelpunkt der einzelnen Geschichten stellen. Als Nebenfiguren, die sich immer wieder zu anderen Helden gesellen, erfindet er nach Maßgabe des Chefredakteurs drei neue Gnome. Sie sollen pfiffig, aber doch etwas geheimnisvoll sein, ein Hauch von Abrakadabra und von Abenteuerlust soll sie umgeben, und durch Mut und Mutterwitz, Tollkühnheit und Tollpatschigkeit sollten sie einen frechen Charme entwickeln. Der Name Abrafaxe wird gefunden. Lothar Dräger wird der geistige Vater der Abrafaxe. Die Figurenzeichner des MOSAIK entwickeln daraufhin das Äußere, jeder für sich. Am besten kamen Lona Rietschels Entwürfe an. Damit wurde sie zur "Mutter der Abrafaxe. 1998 Im Juli erscheint das 500. MOSAIK-Heft. In diesem Jahr wird auch eine neue, unregelmäßig erscheinende Heftreihe in einem modernen Zeichenstil ins Leben gerufen. Sie heißt ganz einfach "DIE ABRAFAXE„.

Plomjo/ Plomje

Plomjo/ Plomje Płomjo und Płomje sind die einzigen sorbischen Zeitschriften für Kinder in Deutschland. Płomjo erscheint seit 1952 in obersorbischer Sprache (Gegend um Bautzen und Kamenz). Płomje erscheint seit 1957 in niedersorbischer/wendischer Sprache (Gegend um Cottbus). 1960 hatten Płomjo und Płomje Über 6 000 Leser in der Ober- und Niederlausitz. Heute ist es knapp die Hälfte, da die Schülerzahlen in den letzten beiden Jahrzehnten ziemlich stark zurückgegangen sind. Trotzdem warten jeden Monat die Leser im Alter zwischen 7 und 14 Jahren gespannt auf das neue Płomjo/Płomje. Darin finden sie Leserzuschriften, immer eine neue sorbische Erzählung, Märchen und Sagen, ein neues Lied, Krimis und Comics, etwas aus der Geschichte, dem Sport, der Natur und dem Tierreich, Interessantes über Technik, alte und neue Erfindungen, Rezepte, Basteltips, Kuriositäten. Witze, Suchbilder, Rätsel und Ausmalebilder sind in jeder Nummer dabei.

Mischa

Mischa Bei MISCHA handelte es sich um eine 32seitige, A4-formatige, vollfarbige Zeitschrift für Kinder, die von der Redaktion der Illustrierten "Sowjetunion" herausgegeben wurde. Sie erschien von Juli 1983 bis September 1991 monatlich in mehreren Sprachen, wobei es sich weitgehend um die direkte Übernahme des russischen Originals gehandelt dürfte. In jeder Ausgabe gab es durchschnittlich drei meist zweiseitige Bildgeschichten, darunter oft ein Märchen aus aller Welt, eine russische Literaturadaption und einen Weltliteraturcomic.